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Einzelausstellung von Giuseppe De Fine

Luce al Portello

Zum 1126. Jahrestag der Geburt des heiligen Nikodemus Abt von Cirò

Cirò · 1.–22. August 2026
Die Ausstellung

Ein Weg entlang des Corso, vom Haus des Heiligen bis zum B&B.

Zum 1126. Jahrestag der Geburt des heiligen Nikodemus Abt von Cirò — geboren am 12. Mai des Jahres 900 im alten Psicron, dem heutigen Cirò, im Viertel Portello — zeigt der Maler Giuseppe De Fine die ihm gewidmete Ausstellung.

Die Werke werden entlang des Corso gezeigt, zwischen dem Geburtshaus und der Geburtskirche des Heiligen und dem B&B San Nicodemo, vom 1. bis 22. August 2026.

Der Künstler

Giuseppe De Fine, zeitgenössischer primitiver Impressionist.

Porträt von Giuseppe De Fine
Giuseppe De Fine mit «Canyon» — Cirò, 2026

Von der Kritik als «zeitgenössischer Impressionist» bezeichnet, wurde Giuseppe De Fine in Cirò geboren, einem Ort der Heiligen und Gelehrten wie des heiligen Nikodemus Abt und Luigi Lilios.

«Du findest mich im Gelb einer Ähre und im Rot des Feuers; in der Farbe des Windes und des Regens und in der Reinheit des Schnees.»

Als Maler aus Cirò, aus dem großzügigen Land Kalabrien, ist er für seine Gabe bekannt, das Wesen der kalabrischen Landschaft und des kalabrischen Lebens malerisch zu erfassen. Seine Werke zeugen von einer starken Verbundenheit mit der Heimat und zeigen häufig Szenen des Alltags, ländliche Landschaften und Küsten, örtliche Bräuche, das Meer, den Himmel, die Natur. Kennzeichnend sind leuchtende Farben und eine Technik, die Realismus und Impressionismus verbindet und ein Gefühl von Wehmut und Achtung vor der Tradition hervorruft.

Wiederkehrende Themen sind die kalabrischen Landschaften, die Berge, die Hügel, die Weinberge und das Meer rings um Kalabrien; ferner die Feldarbeit, die Märkte, die traditionellen Feste und Augenblicke des Familienlebens, aber auch Volksbrauchtum, Trachten und religiöse Feiern.

Er hat in örtlichen und landesweiten Ausstellungen gezeigt — darunter Florenz und Livorno — sowie international in London. Er nahm an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teil, erhielt Auszeichnungen für seinen Beitrag zur zeitgenössischen italienischen Kunst und Lob der Kritik für sein technisches Können und die emotionale Tiefe seiner Werke.

Er pflegt auch andere Interessen: Botanik und Ethnobotanik — er ist Mitglied der Italienischen Botanischen Gesellschaft und hat wissenschaftliche Arbeiten über seine Funde seltener Flora und Fauna veröffentlicht — sowie Dichtung und Theater, als Regisseur und Bühnenautor.

Zu den Auszeichnungen zählen: der Premio Europa für Literatur in der «Città di Marigliano», der Malereipreis auf Teneriffa, der Fiorino d'Oro in Florenz, die Conca d'Oro in Rom und der Preis von Pontremoli; die Ehrendoktorwürde honoris causa für Literatur und Malerei der Accademia Italiana Gli Etruschi; der Titel eines Akademischen Senators der Accademia Internazionale Città di Roma; der Friedensoscar von Papst Johannes Paul II.; der Kulturpreis der Stadtverwaltung von 1997; die Verdienstmedaille beim Literaturpreis Alda Merini und der Malereipreis «Vittorio Sgarbi».

Die ausgestellten Werke

Zwölf Werke, eines nach dem anderen.

Tippen Sie auf ein Werk, um den vollständigen Eintrag zu lesen: Bildlegende, Technik und Werkbeschreibung.

I

Canyon

Öl auf Leinwand · 50 × 70 cm · 7. Juli 2026
Canyon, Öl auf Leinwand · 50 × 70 cm · 7. Juli 2026 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Das Bild steht in der Linie einer zeitgenössischen Landschaftsmalerei impressionistischer Prägung. In pastosem Spachtelauftrag deutet der Künstler die ursprüngliche Kraft der Natur neu und richtet den Blick auf das farbliche Wechselspiel zwischen Fels und Wasserspiegelungen.
Werkbeschreibung

Das Werk zeigt eine erhabene Naturlandschaft mit einer tiefen Felsschlucht, durch die ein Bach in kristallenen Türkistönen fließt. In Öl auf Leinwand ausgeführt, besticht es durch einen kraftvollen, energischen Einsatz des Spachtels, der die Farbe in dicken Schichten aufträgt und ein reiches, reliefartiges Gefüge (Impasto) entstehen lässt.

Die Komposition wird von den mächtigen senkrechten Wänden des Canyons beherrscht, wo die Töne von Erde und Fels durch lebhafte Gelb- und Orangetupfer als Reflexe des Sonnenlichts entzündet werden. Flecken satten Grüns umreißen die an den Felsen haftende Vegetation, während die Perspektive zur Bildmitte hin beschleunigt und den Blick des Betrachters dem Wasserlauf entlang bis zu den Felswänden im Hintergrund führt. Der in dynamische Züge von Blau und Weiß aufgebrochene Himmel krönt die Szene mit einer vibrierenden, typisch impressionistischen Atmosphäre.

Der energische Farbeinsatz und die Dichte der Malmaterie erinnern unmittelbar an Strömungen des Postimpressionismus oder der expressionistischen Landschaftsmalerei, in denen fotografische Genauigkeit der Kraft der Geste und der visuellen Wirkung weicht. Es ist ein Loblied auf die Widerstandskraft: eine Einladung, die engen Schluchten des Lebens mit der Beweglichkeit des Wassers zu durchqueren, im Vertrauen darauf, dass Licht und offener Raum uns am Ende des Weges erwarten.

II

Solitudine

Einsamkeit
Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 22. Juni 2026
Solitudine, Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 22. Juni 2026 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Das Werk will den Eindruck eines Augenblicks und die daraus entstehende Stimmung festhalten. Der von weißen Wolken und Blautönen verschleierte Himmel lässt einen klaren, windigen Tag ahnen. Das Ganze vermittelt eine gelassene Einsamkeit, wie sie Küstenlandschaften eigen ist, in denen die Kraft des Meeres auf die Festigkeit des Felsens trifft. Ein kleines Ruderboot in Magenta- und Violetttönen bildet den visuellen Anker der gesamten Komposition und setzt eine leise, poetische menschliche Gegenwart in die Weite der Natur.
Werkbeschreibung

Im Feld der zeitgenössischen figurativen Kunst zeigt Giuseppe De Fine auf dieser Leinwand eine sichere Beherrschung des Streiflichts und scharfer Farbkontraste. Das magentafarbene Boot verschwindet nicht, sondern fängt den Blick: heller Sand und Meeresgischt bilden an dieser Stelle eine Art «natürlichen Scheinwerfer», der das Fahrzeug hervortreten lässt.

Ein Werk von großer visueller Wirkung, das die Tradition der italienischen Küstenlandschaft mit einer kraftvollen, modernen Farbexpressivität verbindet und in dem das kleine Ruderboot — verlassen oder am sandigen Ufer vertäut — zum Sinnbild der Einsamkeit selbst wird. Es ist jedoch keine traurige oder trostlose Einsamkeit, sondern ein Zustand der Versenkung: Das Boot steht für den Menschen, der innehält, um mit der Größe der Natur ins Gespräch zu treten, abgeschieden vom Lärm der Gegenwart — «allein» und zugleich unbestrittener Mittelpunkt der Szene.

III

Radici

Wurzeln
Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 17. Juni 2026
Radici, Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 17. Juni 2026 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein Baum, der sich an eine hoch über den Wolken gelegene Klippe klammert. Die starke Vertikale von Fels und Baum zur Linken steht der weichen waagerechten Ausdehnung der Wolken gegenüber. Deutlicher Kontrast zwischen warmen, gesättigten Tönen (Gelb, leuchtendes Grün) und kühlen oder gedämpften (Blau, Grau, Pastellrosa), bei einem abstrakten, senkrecht einfallenden Licht. Ein kräftiges gelbes Leuchten kommt von oben, entzündet die Krone und wirft lebhafte Reflexe auf den Fels.
Werkbeschreibung

Das Werk führt den Kampf und zugleich die Standhaftigkeit der Natur vor Augen. Ein einsamer Baum beherrscht den Abgrund, mit sichtbaren, knorrigen Wurzeln im Stein verankert. Den Hintergrund bildet ein Meer rosigen Nebels, das den Boden darunter auslöscht und das Gefühl von Abgeschiedenheit und Höhe verstärkt.

Der Titel Wurzeln verschiebt den Blick auf die Widerstandskraft. Der Baum wird zur Metapher für den Menschen oder das Leben selbst: fähig, den Unwettern zu trotzen, in Zeiten der Leere (dem Nebel) fest zu stehen und sich dank eigener innerer Kraft und eigener Herkunft dem Licht (dem gelben Himmel) entgegenzustrecken. Dieser Gegensatz drückt das Paradox des Daseins aus: Nur wer starke, fest im Fels verankerte Wurzeln hat, kann sich sicher ins Unendliche recken, der Zukunft und der Freiheit des Himmels entgegen.

IV

Ruga

Die Gasse
Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 17. Juni 2026
Ruga, Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 17. Juni 2026 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
«Ruga» ist nicht nur die Beschreibung eines Ortes, sondern die gefühlsmäßige Projektion einer Erinnerung. Der Ort wird zu etwas Festem, Sicherem und Geometrischem, geborgen und umfangen von einer Natur und einem Himmel in beständiger, lebhafter Bewegung. Die «Ruga di San Giuseppe» ist einer der innigsten Winkel der Altstadt von Cirò: Der Künstler feiert hier die eigenen Wurzeln und hält die verschachtelte, fesselnde spontane Architektur des historischen Zentrums fest. Spachtel und dichte Überlagerung der Baukörper sind mehr als eine Stilentscheidung: Sie geben genau jene für Cirò typische Struktur wieder, in der die Häuser fast auseinander hervorzuwachsen scheinen.
Werkbeschreibung

Ein lebendiges Werk, das die eigentliche Seele der kalabrischen Landschaft einfängt. In reichem, dichtem, geschichtetem Farbauftrag — kennzeichnend für De Fines Suche nach Materialität — hebt das Bild das Spiel der Baukörper eines alten Ortes hervor. Der Bildausschnitt schließt sich um die Architektur der «ruga», der überlieferten Gasse, in der das Weiß der Mauern deutlich mit der Vegetation und einem dramatischen, in raschen, wirbelnden Zügen gesetzten Himmel kontrastiert.

In tiefer Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln verwandelt der Künstler diesen ungeplanten Winkel in eine zeitlose Erzählung und hüllt die Landschaft in eine Atmosphäre voller Pathos, Poesie und starker Identität.

V

Assenza

Abwesenheit
Öl auf Holz · 48 × 38 cm · 1992
Assenza, Öl auf Holz · 48 × 38 cm · 1992 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Eine naive Lesart der italienischen Landschaft: weiße Häuschen mit roten Dächern ziehen sich einen Kamm entlang, rhythmisiert von stilisierten Zypressen. Der von dynamischen Strichen in Blau, Rosa und Grün belebte Himmel verleiht dem Ganzen eine Stimmung zwischen Traum und Erinnerung, in «Abwesenheit» von Schatten.
Werkbeschreibung

Diese Komposition bietet einen innigen, persönlichen Blick auf die italienische Landschaft, gefiltert durch einen naiven Geschmack und einen brillanten Farbeinsatz. Die kleinen weißen Häuser mit ihren satt roten Dächern ordnen sich in frontaler Perspektive den Wellen des Geländes entlang, während die in knappen, wiederholten Strichen gezeichneten Zypressen den visuellen Takt vorgeben.

Der Himmel nimmt den größten Teil der Fläche ein und verdichtet in einer Folge waagerechter Züge einen Wechsel von Tönen — von tiefem Türkis zu zartem Rosa, von saurem Grün zu Creme —, der einen Augenblick dämmrigen Lichts nahelegt. Das Fehlen scharfer Schatten und die nahezu flächige Anlage der Formen verstärken den Eindruck eines Erinnerungsbildes statt einer Naturbeobachtung: So wird das Werk zu einer «Seelenlandschaft», in der die Farbempfindung über den realistischen Einzelheiten steht.

VI

Al di là del mare

Jenseits des Meeres
Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 3. Juli 2024
Al di là del mare, Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 3. Juli 2024 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein Strom mediterranen Lichts umfängt eine grünende Landzunge, auf der weiße Gehöfte über ein bewegtes Meer blicken. Im Vordergrund bildet ein Teppich roter Blumen einen lebhaften Gegensatz zu den Wellen, während der klare Himmel einen Horizont zwischen Wirklichkeit und Traum heraufbeschwört.
Werkbeschreibung

In «Jenseits des Meeres» entwirft der Künstler eine betrachtende Sicht auf die Küste: Eine an Grün-, Blau- und leuchtenden Rottönen reiche Palette erzeugt eine entschiedene farbliche Wirkung, die den Dialog zwischen Land und Wasser unterstreicht. Die fast monumentale Landzunge hebt sich gegen ein von gestischen Zügen gekräuseltes Meer ab und verleiht der Szene Bewegung.

Der blühende Vordergrund setzt einen Ton von Wärme und Nähe und lässt den Ruf einer familiären Vergangenheit oder einer verlorenen Zeit anklingen. Der kaum von weißen Wolken bewegte Himmel spricht dagegen von Hoffnung und von der Verheißung einer Reise «jenseits» des Horizonts.

VII

Un occhio di riguardo

per San Nicodemo Abate di Cirò
Öl auf Leinwand · 50 × 70 cm · 12. Mai 2024
Un occhio di riguardo, Öl auf Leinwand · 50 × 70 cm · 12. Mai 2024 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein wirbelnder Himmel aus leuchtenden Pinselzügen ergießt seine Energie über eine Berglandschaft und deren Spiegelbild. Die raschen, pastosen Striche und eine Farbskala im Gleichgewicht zwischen Kühle und Wärme wecken ein Gefühl von Schutz und Geheimnis: eine Einladung, den gütigen Blick des heiligen Nikodemus Abt von Cirò auf Natur und Geist wahrzunehmen.
Werkbeschreibung

«Ein wachsames Auge» für den heiligen Nikodemus Abt von Cirò öffnet sich mit einem Himmel voll kreisender Pinselzüge, die von Creme bis Lachs, von hellem Gelb bis zu verwaschenem Himmelblau reichen. Diese Lichtschwingungen scheinen auf die stilisierte Bergkette herabzusinken, die in kräftigen Strichen gezeichnet und mit grünen und braunen Schatten getupft ist. Der aus Farbblöcken aufgebaute Spiegelsee nimmt die gestische Handschrift des Himmels auf und schafft einen kreisenden visuellen Rhythmus.

Der Titel deutet eine geistliche Dimension an: Der Künstler erbittet sinnbildlich einen schützenden Blick, eine stille Fürsprache, die das Heilige mit der Landschaft verbindet. Der Stil, einem abstrakten und materialbetonten Ausdruck nahe, zeugt von der Suche nach einer Sprache, die unmittelbar zum Gefühl des Betrachters spricht.

VIII

L'Oltre

Das Jenseits
Öl mit dem Spachtel auf Leinwand · 60 × 80 cm · 18. Mai 2024
L'Oltre, Öl mit dem Spachtel auf Leinwand · 60 × 80 cm · 18. Mai 2024 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein reißender Wasserlauf fließt dem Betrachter entgegen, dahinter öffnet sich ein von roten, schwarzen und gelben Strichen entflammtes Erdreich. Auf der Linie des Horizonts hebt sich eine Gruppe grüner Sträucher gegen einen sanft goldenen Himmel ab: die Schwelle eines «Jenseits» zwischen Chaos und Wiedergeburt.
Werkbeschreibung

In «Das Jenseits» stellt De Fine einen visuellen und sinnbildlichen Gegensatz zwischen fließenden Elementen und aufgewühltem Erdreich in Szene. Der Vordergrund wird von einer Wasserfläche beherrscht, in breitem Impasto aus Blau und Weiß gemalt, mit weiten, weichen Zügen, die Bewegung und Frische nahelegen. Dahinter zeichnet eine Folge kraftvoller Striche — Zinnoberrot, sattes Schwarz und Tupfer von Zitronengelb — einen brennenden Boden, der wie offene Wunden der Erde selbst aufgerissen ist.

Die erhöhte, von einem Geflecht grüner Kronen markierte Horizontlinie führt eine Oase des Lebens und der Hoffnung ein: Die in feineren, pastosen Zügen wiedergegebenen Sträucher scheinen den widrigen Bedingungen darunter zu widerstehen. Der in zartem Ocker und milchigem Weiß gemalte Himmel wird von einer Sonnenscheibe durchsetzt, die ein Spachtelzug betont — Sinnbild eines zur Idee gewordenen Lichts.

Die Komposition folgt keiner klassischen Perspektive: Wasser und Boden lösen einander in nahezu abstrakten Ebenen ab und unterstreichen den emotionalen Charakter des Werkes. Der betonte Einsatz von Farbe und Impasto erzeugt einen pulsierenden visuellen Rhythmus, in dem die Verheißung eines lichten «Jenseits» mit dem Schmerz einer gequälten Gegenwart zusammenlebt. So wird Das Jenseits zur Allegorie menschlicher Erfahrung: den inneren Konflikt (den brennenden Boden) zu durchqueren, um zu einer möglichen Wiedergeburt zu gelangen, dargestellt vom zarten Grün, das am Horizont aufbricht.

IX

Semaforo

struttura militare
Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 2007
Semaforo, Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 2007 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Eine alte Signalstation — ein zweigeschossiger Steinbau mit Schießscharten und hohen Fenstern — erhebt sich auf einem Hang aus Gras und Ginster. Der in weiten blauen Voluten gemalte Himmel und die wellenförmige, in grünen Dünsten wiedergegebene Vegetation verstärken die Atmosphäre wachsamen Wartens und strategischer Abgeschiedenheit.
Werkbeschreibung

In «Die Signalstation» legt De Fine eine malerische Neulesung eines Küstenpostens des 19. Jahrhunderts vor, der einst der optischen Verständigung zwischen den Festungen diente. Das Gebäude, klar durch wellige Züge in Ocker und Braun bestimmt, zeigt seine Festigkeit in dicken Mauern und regelmäßigen Öffnungen — Zweckelemente, in monumentale Form verwandelt.

Im Hintergrund wird der Himmel in sattem Türkis von Pinselwirbeln belebt, die an salzige Luft und Seewind erinnern; im Vordergrund unterstreicht der Grasteppich — leuchtend grün mit Anklängen von Gelb und Weiß — die ungebändigte Natur rings um den Bau. Der betonte Farbauftrag gibt den Oberflächen Relief: Die Maserung des Gebäudes und das Gefüge des Grases gewinnen tastbare Stärke, während die Wolken sich wie eine Woge lesen, bereit, am Signalturm zu brechen.

Das Fehlen menschlicher Figuren verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und militärischer Bestimmung und ruft die Stille jener Jahreszeiten wach, in denen die Anlage in Betrieb war. So wird Die Signalstation nicht nur zum Architekturporträt, sondern zur Allegorie des wachsamen Blicks und der Verständigung über Entfernungen hinweg: eine Einladung, über geschichtliche Erinnerung und über den Dialog zwischen Mensch, militärischem Gerät und natürlicher Umgebung nachzudenken.

X

La danza degli ulivi

Der Tanz der Olivenbäume
Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 30. Juli 2005
La danza degli ulivi, Öl auf Leinwand · 60 × 80 cm · 30. Juli 2005 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Auf einem mit Orange- und Blautupfern übersäten Boden erheben sich die gewundenen Stämme der Olivenbäume wie tanzende Gestalten. Entschiedene, pastose Pinselzüge verflechten sich zu einem lebhaften Rhythmus, während das Grün der Kronen im Hintergrund und der gelbe Himmel der Landschaft ein warmes Licht geben, zwischen Bewegung und Versenkung.
Werkbeschreibung

In «Der Tanz der Olivenbäume» gliedert De Fine den Raum in drei waagerechte Bänder: Der Vordergrund ist ein Teppich orangener und blauer Flecken, die den von den Kronen geworfenen Schatten und das Licht nahelegen; auf der mittleren Ebene treten knorrige Stämme hervor, in nervösen Strichen und dickem Impasto wiedergegeben; im Hintergrund bildet ein Wald grünen Laubes eine geschlossene Kulisse, aufgebrochen von einem hell gelb schraffierten Himmel.

Der Maler wählt satte Farben — Erdorange, Ultramarinblau, Smaragdgrün und Sonnenocker —, um die Energie der mediterranen Landschaft zu vermitteln. Der betonte Farbauftrag verleiht Wurzeln und Kronen Räumlichkeit, während Tupfer weißen Lichts auf den höchsten Zweigen die wellenförmige Bewegung der Olivenbäume nachzeichnen. Der Wechsel waagerechter und senkrechter Züge schafft einen Gegensatz der Richtungen, der den Eindruck von «Tanz» und von Wind, der durch die Szene streicht, verstärkt.

Die Olivenbäume, Sinnbild von Langlebigkeit und Widerstandskraft, werden hier zu Tänzern einer uralten Choreografie: Die gewundenen Formen der Stämme sprechen von der Biegsamkeit, mit der die Natur den Widrigkeiten standhält, während der lebendige Boden und der lichte Himmel auf einen fortwährenden Dialog zwischen Erde und Licht deuten. Das Werk lädt den Betrachter ein, die Landschaft nicht als starren Hintergrund zu sehen, sondern als schwingenden Organismus, der durch die eigene Bewegung bewegen und erneuern kann.

XI

Viaggio

Die Reise
Öl auf Leinwand · 50 × 60 cm · 1999
Viaggio, Öl auf Leinwand · 50 × 60 cm · 1999 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein einsames Segelboot zieht über ein gekräuseltes Meer, gezeichnet mit weiten, welligen Zügen in Blau und Grau. Der in der Mitte leuchtende, mit türkisfarbenen Dünsten gesprenkelte Himmel lässt Wind und Bewegung ahnen, während das rosafarbene Segel den Mut und die Hoffnung jedes neuen Aufbruchs heraufbeschwört.
Werkbeschreibung

Mit «Die Reise» von 1999 erkundet De Fine das Thema des inneren Aufbruchs im Bild eines allein fahrenden Segelbootes. Das Meer wird von raschen, pastosen Zügen belebt, in denen Blau und Grau in einem Tanz der Wellen wechseln, die dem kleinen Fahrzeug Herausforderungen entgegenzustellen scheinen. Das in warmem Rosa-Ocker angelegte Segel wird zum Sinnbild des Strebens: Es ist der einzige lebendige Farbton in einem sonst von kühlen Klängen beherrschten Umfeld und unterstreicht die Kraft des Willens, die Ungewissheit zu überwinden.

Der Himmel nimmt den größten Teil der Leinwand ein, mit Schwärmen bewegter, dunstiger Züge, die auf den treibenden Wind der Reise verweisen. Ein hellerer Hof in der Mitte, in Weiß und Creme angelegt, deutet eine scheinbare Ruhe an oder vielleicht ein sinnbildliches Leuchtfeuer, auf das zuzuhalten ist. Das Fehlen weiterer Landschaftselemente oder menschlicher Gestalten verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und persönlicher Bewährung.

«Die Reise» ist nicht nur eine Seelandschaft, sondern eine Allegorie der menschlichen Verfassung: den sicheren Hafen hinter sich zu lassen, um sich dem eigenen Segel und dem inneren Antrieb anzuvertrauen und Wagnis wie Entdeckung anzunehmen. Die materialbetonte Technik und die Farbwahl zeugen vom Gleichgewicht zwischen Dynamik und Poesie und machen das Werk zu einer Einladung, über den Wert jeder Etappe auf dem Weg des Lebens nachzudenken.

XII

La fontana della vita

Der Brunnen des Lebens
Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 2000
La fontana della vita, Öl auf Leinwand · 70 × 50 cm · 2000 — Giuseppe De Fine
Bildlegende
Ein junger blühender Baum erhebt sich aus einem Steinbecken, aus dem fünf pastos gemalte Wasserkaskaden hervorquellen. Zweige und Blätter, mit kräftigen Konturen gezogen, bergen kleine fliegende Vögel vor einem leuchtenden Ockergrund, der von lebendiger Wärme und vom Sinnbild der Wiedergeburt spricht.
Werkbeschreibung

In «Der Brunnen des Lebens» vereint De Fine natürliche und sinnbildliche Elemente zu einer einzigen Vision: Der mit naivem Blick gemalte mittlere Stamm verzweigt sich in feine Äste, die schlichte weiße Blüten und dunkelgrüne, von einer dunklen Kontur gefasste Blätter tragen. Am Fuß öffnet sich ein Becken aus Kieseln in fünf Wasserstrahlen — in dickem Auftrag und raschen Zügen wiedergegeben —, die den Baum unmittelbar zu nähren scheinen und das Thema fortwährender Erneuerung unterstreichen.

Der einheitliche Ockergrund, in leichten waagerechten Zügen ausgeführt, verleiht dem Werk eine schwebende Atmosphäre: Die warmen Töne bilden den Gegenklang zu den tiefen Grüntönen und den weißen Einsätzen und schaffen ein Spiel farblicher Harmonien, das an die Reinheit des Wassers und an den Lebenssaft erinnert. Die in Braun und Orange gemalten kleinen Vögel umkreisen die Zweige wie schützende Gegenwart und wecken ein Gefühl gütiger Fürsorge.

Bei aller Schlichtheit und Direktheit der Sprache erprobt der Künstler die Materialität des Farbauftrags — vor allem im Fließen des Wassers — und gibt den Texturen tastbares wie sichtbares Relief. Das Ergebnis ist eine Allegorie der Hoffnung und der Wiedergeburt, in der der Brunnen zum Sinnbild ewigen Lebens und der Verbundenheit aller natürlichen Dinge wird.