Zum 1126. Jahrestag der Geburt des heiligen Nikodemus Abt von Cirò
Zum 1126. Jahrestag der Geburt des heiligen Nikodemus Abt von Cirò — geboren am 12. Mai des Jahres 900 im alten Psicron, dem heutigen Cirò, im Viertel Portello — zeigt der Maler Giuseppe De Fine die ihm gewidmete Ausstellung.
Die Werke werden entlang des Corso gezeigt, zwischen dem Geburtshaus und der Geburtskirche des Heiligen und dem B&B San Nicodemo, vom 1. bis 22. August 2026.
Von der Kritik als «zeitgenössischer Impressionist» bezeichnet, wurde Giuseppe De Fine in Cirò geboren, einem Ort der Heiligen und Gelehrten wie des heiligen Nikodemus Abt und Luigi Lilios.
Als Maler aus Cirò, aus dem großzügigen Land Kalabrien, ist er für seine Gabe bekannt, das Wesen der kalabrischen Landschaft und des kalabrischen Lebens malerisch zu erfassen. Seine Werke zeugen von einer starken Verbundenheit mit der Heimat und zeigen häufig Szenen des Alltags, ländliche Landschaften und Küsten, örtliche Bräuche, das Meer, den Himmel, die Natur. Kennzeichnend sind leuchtende Farben und eine Technik, die Realismus und Impressionismus verbindet und ein Gefühl von Wehmut und Achtung vor der Tradition hervorruft.
Wiederkehrende Themen sind die kalabrischen Landschaften, die Berge, die Hügel, die Weinberge und das Meer rings um Kalabrien; ferner die Feldarbeit, die Märkte, die traditionellen Feste und Augenblicke des Familienlebens, aber auch Volksbrauchtum, Trachten und religiöse Feiern.
Er hat in örtlichen und landesweiten Ausstellungen gezeigt — darunter Florenz und Livorno — sowie international in London. Er nahm an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teil, erhielt Auszeichnungen für seinen Beitrag zur zeitgenössischen italienischen Kunst und Lob der Kritik für sein technisches Können und die emotionale Tiefe seiner Werke.
Er pflegt auch andere Interessen: Botanik und Ethnobotanik — er ist Mitglied der Italienischen Botanischen Gesellschaft und hat wissenschaftliche Arbeiten über seine Funde seltener Flora und Fauna veröffentlicht — sowie Dichtung und Theater, als Regisseur und Bühnenautor.
Zu den Auszeichnungen zählen: der Premio Europa für Literatur in der «Città di Marigliano», der Malereipreis auf Teneriffa, der Fiorino d'Oro in Florenz, die Conca d'Oro in Rom und der Preis von Pontremoli; die Ehrendoktorwürde honoris causa für Literatur und Malerei der Accademia Italiana Gli Etruschi; der Titel eines Akademischen Senators der Accademia Internazionale Città di Roma; der Friedensoscar von Papst Johannes Paul II.; der Kulturpreis der Stadtverwaltung von 1997; die Verdienstmedaille beim Literaturpreis Alda Merini und der Malereipreis «Vittorio Sgarbi».
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Das Werk zeigt eine erhabene Naturlandschaft mit einer tiefen Felsschlucht, durch die ein Bach in kristallenen Türkistönen fließt. In Öl auf Leinwand ausgeführt, besticht es durch einen kraftvollen, energischen Einsatz des Spachtels, der die Farbe in dicken Schichten aufträgt und ein reiches, reliefartiges Gefüge (Impasto) entstehen lässt.
Die Komposition wird von den mächtigen senkrechten Wänden des Canyons beherrscht, wo die Töne von Erde und Fels durch lebhafte Gelb- und Orangetupfer als Reflexe des Sonnenlichts entzündet werden. Flecken satten Grüns umreißen die an den Felsen haftende Vegetation, während die Perspektive zur Bildmitte hin beschleunigt und den Blick des Betrachters dem Wasserlauf entlang bis zu den Felswänden im Hintergrund führt. Der in dynamische Züge von Blau und Weiß aufgebrochene Himmel krönt die Szene mit einer vibrierenden, typisch impressionistischen Atmosphäre.
Der energische Farbeinsatz und die Dichte der Malmaterie erinnern unmittelbar an Strömungen des Postimpressionismus oder der expressionistischen Landschaftsmalerei, in denen fotografische Genauigkeit der Kraft der Geste und der visuellen Wirkung weicht. Es ist ein Loblied auf die Widerstandskraft: eine Einladung, die engen Schluchten des Lebens mit der Beweglichkeit des Wassers zu durchqueren, im Vertrauen darauf, dass Licht und offener Raum uns am Ende des Weges erwarten.

Im Feld der zeitgenössischen figurativen Kunst zeigt Giuseppe De Fine auf dieser Leinwand eine sichere Beherrschung des Streiflichts und scharfer Farbkontraste. Das magentafarbene Boot verschwindet nicht, sondern fängt den Blick: heller Sand und Meeresgischt bilden an dieser Stelle eine Art «natürlichen Scheinwerfer», der das Fahrzeug hervortreten lässt.
Ein Werk von großer visueller Wirkung, das die Tradition der italienischen Küstenlandschaft mit einer kraftvollen, modernen Farbexpressivität verbindet und in dem das kleine Ruderboot — verlassen oder am sandigen Ufer vertäut — zum Sinnbild der Einsamkeit selbst wird. Es ist jedoch keine traurige oder trostlose Einsamkeit, sondern ein Zustand der Versenkung: Das Boot steht für den Menschen, der innehält, um mit der Größe der Natur ins Gespräch zu treten, abgeschieden vom Lärm der Gegenwart — «allein» und zugleich unbestrittener Mittelpunkt der Szene.

Das Werk führt den Kampf und zugleich die Standhaftigkeit der Natur vor Augen. Ein einsamer Baum beherrscht den Abgrund, mit sichtbaren, knorrigen Wurzeln im Stein verankert. Den Hintergrund bildet ein Meer rosigen Nebels, das den Boden darunter auslöscht und das Gefühl von Abgeschiedenheit und Höhe verstärkt.
Der Titel Wurzeln verschiebt den Blick auf die Widerstandskraft. Der Baum wird zur Metapher für den Menschen oder das Leben selbst: fähig, den Unwettern zu trotzen, in Zeiten der Leere (dem Nebel) fest zu stehen und sich dank eigener innerer Kraft und eigener Herkunft dem Licht (dem gelben Himmel) entgegenzustrecken. Dieser Gegensatz drückt das Paradox des Daseins aus: Nur wer starke, fest im Fels verankerte Wurzeln hat, kann sich sicher ins Unendliche recken, der Zukunft und der Freiheit des Himmels entgegen.

Ein lebendiges Werk, das die eigentliche Seele der kalabrischen Landschaft einfängt. In reichem, dichtem, geschichtetem Farbauftrag — kennzeichnend für De Fines Suche nach Materialität — hebt das Bild das Spiel der Baukörper eines alten Ortes hervor. Der Bildausschnitt schließt sich um die Architektur der «ruga», der überlieferten Gasse, in der das Weiß der Mauern deutlich mit der Vegetation und einem dramatischen, in raschen, wirbelnden Zügen gesetzten Himmel kontrastiert.
In tiefer Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln verwandelt der Künstler diesen ungeplanten Winkel in eine zeitlose Erzählung und hüllt die Landschaft in eine Atmosphäre voller Pathos, Poesie und starker Identität.

Diese Komposition bietet einen innigen, persönlichen Blick auf die italienische Landschaft, gefiltert durch einen naiven Geschmack und einen brillanten Farbeinsatz. Die kleinen weißen Häuser mit ihren satt roten Dächern ordnen sich in frontaler Perspektive den Wellen des Geländes entlang, während die in knappen, wiederholten Strichen gezeichneten Zypressen den visuellen Takt vorgeben.
Der Himmel nimmt den größten Teil der Fläche ein und verdichtet in einer Folge waagerechter Züge einen Wechsel von Tönen — von tiefem Türkis zu zartem Rosa, von saurem Grün zu Creme —, der einen Augenblick dämmrigen Lichts nahelegt. Das Fehlen scharfer Schatten und die nahezu flächige Anlage der Formen verstärken den Eindruck eines Erinnerungsbildes statt einer Naturbeobachtung: So wird das Werk zu einer «Seelenlandschaft», in der die Farbempfindung über den realistischen Einzelheiten steht.

In «Jenseits des Meeres» entwirft der Künstler eine betrachtende Sicht auf die Küste: Eine an Grün-, Blau- und leuchtenden Rottönen reiche Palette erzeugt eine entschiedene farbliche Wirkung, die den Dialog zwischen Land und Wasser unterstreicht. Die fast monumentale Landzunge hebt sich gegen ein von gestischen Zügen gekräuseltes Meer ab und verleiht der Szene Bewegung.
Der blühende Vordergrund setzt einen Ton von Wärme und Nähe und lässt den Ruf einer familiären Vergangenheit oder einer verlorenen Zeit anklingen. Der kaum von weißen Wolken bewegte Himmel spricht dagegen von Hoffnung und von der Verheißung einer Reise «jenseits» des Horizonts.

«Ein wachsames Auge» für den heiligen Nikodemus Abt von Cirò öffnet sich mit einem Himmel voll kreisender Pinselzüge, die von Creme bis Lachs, von hellem Gelb bis zu verwaschenem Himmelblau reichen. Diese Lichtschwingungen scheinen auf die stilisierte Bergkette herabzusinken, die in kräftigen Strichen gezeichnet und mit grünen und braunen Schatten getupft ist. Der aus Farbblöcken aufgebaute Spiegelsee nimmt die gestische Handschrift des Himmels auf und schafft einen kreisenden visuellen Rhythmus.
Der Titel deutet eine geistliche Dimension an: Der Künstler erbittet sinnbildlich einen schützenden Blick, eine stille Fürsprache, die das Heilige mit der Landschaft verbindet. Der Stil, einem abstrakten und materialbetonten Ausdruck nahe, zeugt von der Suche nach einer Sprache, die unmittelbar zum Gefühl des Betrachters spricht.

In «Das Jenseits» stellt De Fine einen visuellen und sinnbildlichen Gegensatz zwischen fließenden Elementen und aufgewühltem Erdreich in Szene. Der Vordergrund wird von einer Wasserfläche beherrscht, in breitem Impasto aus Blau und Weiß gemalt, mit weiten, weichen Zügen, die Bewegung und Frische nahelegen. Dahinter zeichnet eine Folge kraftvoller Striche — Zinnoberrot, sattes Schwarz und Tupfer von Zitronengelb — einen brennenden Boden, der wie offene Wunden der Erde selbst aufgerissen ist.
Die erhöhte, von einem Geflecht grüner Kronen markierte Horizontlinie führt eine Oase des Lebens und der Hoffnung ein: Die in feineren, pastosen Zügen wiedergegebenen Sträucher scheinen den widrigen Bedingungen darunter zu widerstehen. Der in zartem Ocker und milchigem Weiß gemalte Himmel wird von einer Sonnenscheibe durchsetzt, die ein Spachtelzug betont — Sinnbild eines zur Idee gewordenen Lichts.
Die Komposition folgt keiner klassischen Perspektive: Wasser und Boden lösen einander in nahezu abstrakten Ebenen ab und unterstreichen den emotionalen Charakter des Werkes. Der betonte Einsatz von Farbe und Impasto erzeugt einen pulsierenden visuellen Rhythmus, in dem die Verheißung eines lichten «Jenseits» mit dem Schmerz einer gequälten Gegenwart zusammenlebt. So wird Das Jenseits zur Allegorie menschlicher Erfahrung: den inneren Konflikt (den brennenden Boden) zu durchqueren, um zu einer möglichen Wiedergeburt zu gelangen, dargestellt vom zarten Grün, das am Horizont aufbricht.

In «Die Signalstation» legt De Fine eine malerische Neulesung eines Küstenpostens des 19. Jahrhunderts vor, der einst der optischen Verständigung zwischen den Festungen diente. Das Gebäude, klar durch wellige Züge in Ocker und Braun bestimmt, zeigt seine Festigkeit in dicken Mauern und regelmäßigen Öffnungen — Zweckelemente, in monumentale Form verwandelt.
Im Hintergrund wird der Himmel in sattem Türkis von Pinselwirbeln belebt, die an salzige Luft und Seewind erinnern; im Vordergrund unterstreicht der Grasteppich — leuchtend grün mit Anklängen von Gelb und Weiß — die ungebändigte Natur rings um den Bau. Der betonte Farbauftrag gibt den Oberflächen Relief: Die Maserung des Gebäudes und das Gefüge des Grases gewinnen tastbare Stärke, während die Wolken sich wie eine Woge lesen, bereit, am Signalturm zu brechen.
Das Fehlen menschlicher Figuren verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und militärischer Bestimmung und ruft die Stille jener Jahreszeiten wach, in denen die Anlage in Betrieb war. So wird Die Signalstation nicht nur zum Architekturporträt, sondern zur Allegorie des wachsamen Blicks und der Verständigung über Entfernungen hinweg: eine Einladung, über geschichtliche Erinnerung und über den Dialog zwischen Mensch, militärischem Gerät und natürlicher Umgebung nachzudenken.

In «Der Tanz der Olivenbäume» gliedert De Fine den Raum in drei waagerechte Bänder: Der Vordergrund ist ein Teppich orangener und blauer Flecken, die den von den Kronen geworfenen Schatten und das Licht nahelegen; auf der mittleren Ebene treten knorrige Stämme hervor, in nervösen Strichen und dickem Impasto wiedergegeben; im Hintergrund bildet ein Wald grünen Laubes eine geschlossene Kulisse, aufgebrochen von einem hell gelb schraffierten Himmel.
Der Maler wählt satte Farben — Erdorange, Ultramarinblau, Smaragdgrün und Sonnenocker —, um die Energie der mediterranen Landschaft zu vermitteln. Der betonte Farbauftrag verleiht Wurzeln und Kronen Räumlichkeit, während Tupfer weißen Lichts auf den höchsten Zweigen die wellenförmige Bewegung der Olivenbäume nachzeichnen. Der Wechsel waagerechter und senkrechter Züge schafft einen Gegensatz der Richtungen, der den Eindruck von «Tanz» und von Wind, der durch die Szene streicht, verstärkt.
Die Olivenbäume, Sinnbild von Langlebigkeit und Widerstandskraft, werden hier zu Tänzern einer uralten Choreografie: Die gewundenen Formen der Stämme sprechen von der Biegsamkeit, mit der die Natur den Widrigkeiten standhält, während der lebendige Boden und der lichte Himmel auf einen fortwährenden Dialog zwischen Erde und Licht deuten. Das Werk lädt den Betrachter ein, die Landschaft nicht als starren Hintergrund zu sehen, sondern als schwingenden Organismus, der durch die eigene Bewegung bewegen und erneuern kann.

Mit «Die Reise» von 1999 erkundet De Fine das Thema des inneren Aufbruchs im Bild eines allein fahrenden Segelbootes. Das Meer wird von raschen, pastosen Zügen belebt, in denen Blau und Grau in einem Tanz der Wellen wechseln, die dem kleinen Fahrzeug Herausforderungen entgegenzustellen scheinen. Das in warmem Rosa-Ocker angelegte Segel wird zum Sinnbild des Strebens: Es ist der einzige lebendige Farbton in einem sonst von kühlen Klängen beherrschten Umfeld und unterstreicht die Kraft des Willens, die Ungewissheit zu überwinden.
Der Himmel nimmt den größten Teil der Leinwand ein, mit Schwärmen bewegter, dunstiger Züge, die auf den treibenden Wind der Reise verweisen. Ein hellerer Hof in der Mitte, in Weiß und Creme angelegt, deutet eine scheinbare Ruhe an oder vielleicht ein sinnbildliches Leuchtfeuer, auf das zuzuhalten ist. Das Fehlen weiterer Landschaftselemente oder menschlicher Gestalten verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und persönlicher Bewährung.
«Die Reise» ist nicht nur eine Seelandschaft, sondern eine Allegorie der menschlichen Verfassung: den sicheren Hafen hinter sich zu lassen, um sich dem eigenen Segel und dem inneren Antrieb anzuvertrauen und Wagnis wie Entdeckung anzunehmen. Die materialbetonte Technik und die Farbwahl zeugen vom Gleichgewicht zwischen Dynamik und Poesie und machen das Werk zu einer Einladung, über den Wert jeder Etappe auf dem Weg des Lebens nachzudenken.

In «Der Brunnen des Lebens» vereint De Fine natürliche und sinnbildliche Elemente zu einer einzigen Vision: Der mit naivem Blick gemalte mittlere Stamm verzweigt sich in feine Äste, die schlichte weiße Blüten und dunkelgrüne, von einer dunklen Kontur gefasste Blätter tragen. Am Fuß öffnet sich ein Becken aus Kieseln in fünf Wasserstrahlen — in dickem Auftrag und raschen Zügen wiedergegeben —, die den Baum unmittelbar zu nähren scheinen und das Thema fortwährender Erneuerung unterstreichen.
Der einheitliche Ockergrund, in leichten waagerechten Zügen ausgeführt, verleiht dem Werk eine schwebende Atmosphäre: Die warmen Töne bilden den Gegenklang zu den tiefen Grüntönen und den weißen Einsätzen und schaffen ein Spiel farblicher Harmonien, das an die Reinheit des Wassers und an den Lebenssaft erinnert. Die in Braun und Orange gemalten kleinen Vögel umkreisen die Zweige wie schützende Gegenwart und wecken ein Gefühl gütiger Fürsorge.
Bei aller Schlichtheit und Direktheit der Sprache erprobt der Künstler die Materialität des Farbauftrags — vor allem im Fließen des Wassers — und gibt den Texturen tastbares wie sichtbares Relief. Das Ergebnis ist eine Allegorie der Hoffnung und der Wiedergeburt, in der der Brunnen zum Sinnbild ewigen Lebens und der Verbundenheit aller natürlichen Dinge wird.